Aufzeichnung

Sprichst du Mathe? – Kommunikative und sprachunterstützende Methoden für Klasse 1/2

Warum Sprache im Matheunterricht entscheidend ist

Mathematik gilt oft als Fach der Zahlen, Zeichen und Regeln. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Ohne Sprache geht im Matheunterricht fast nichts. Kinder müssen Aufgaben verstehen, Rechenwege beschreiben, Vermutungen äußern und Lösungsstrategien erklären. Genau hier setzt sprachsensibler Mathematikunterricht an.

Im diesem Webinar zeigt Veronika Weißschuh, warum Sprache im Mathematikunterricht nicht nur Begleitung, sondern zentrales Werkzeug ist. Gerade in Klasse 1 und 2 wird deutlich, dass viele Schwierigkeiten nicht an der Mathematik selbst liegen, sondern an fehlendem Wortschatz und unklaren sprachlichen Strukturen.

Sprache als Schlüssel zum Verstehen

Wenn ein Kind sagt „Ich habe doppelt fünf“, kann das vieles bedeuten: 10, 55 oder 2 × 5. Ohne klare Sprache bleibt mathematisches Denken unsichtbar.

Viele Kinder scheitern deshalb nicht am Rechnen, sondern daran, Aufgabenstellungen oder Fachbegriffe zu verstehen. Wörter wie „Tauschaufgabe“, „zerlegen“ oder „übrig“ sind für uns selbstverständlich – für Kinder oft nicht.

Was ist sprachsensibler Matheunterricht?

Sprachsensibler Unterricht bedeutet: Sprache wird nicht vorausgesetzt, sondern aktiv aufgebaut. Kinder lernen Fachbegriffe, Satzstrukturen und mathematische Ausdrucksweisen Schritt für Schritt im Unterricht.

Ziel ist es, sie von der Alltagssprache hin zur Fach- und Bildungssprache zu begleiten.

  • Alltagssprache: „Da sind zwei rote und drei blaue“
  • Fachsprache: „Die Summe ist 5“
  • Bildungssprache: „Zusammen erhalte ich fünf Blättchen“

Typische Sprachhürden in Mathe

Viele Stolperstellen sind uns als Lehrkräfte gar nicht mehr bewusst:

  • Begriffe haben unterschiedliche Bedeutungen („gleich“)
  • Kleine Wörter verändern Aufgaben („mehr“, „übrig“, „jeden“)
  • Präfixe verändern Inhalte („legen“ vs. „zerlegen“)

Fehlt dieses Verständnis, können Kinder selbst einfache Aufgaben nicht lösen.

Drei Funktionen von Sprache im Matheunterricht

Sprache erfüllt im Unterricht drei zentrale Aufgaben:

  • Kommunikation: Kinder erklären ihre Lösungswege
  • Denken: Sprache hilft, Gedanken zu strukturieren
  • Verstehen: Aufgaben werden erst durch Sprache richtig entschlüsselt

Gerade bei Sachaufgaben ist das entscheidend, um den richtigen Rechenweg zu erkennen.

So gelingt sprachsensibler Unterricht

Lehrkräfte können gezielt unterstützen:

  • Sprachvorbild sein: klare, korrekte Fachsprache nutzen
  • Kinder aktiv sprechen lassen: durch Fragen und Austausch
  • Visualisieren & handeln: Sprache mit Material und Bildern verknüpfen
  • Sprachgerüste geben: Satzanfänge und Formulierungen anbieten
  • Wortspeicher nutzen: Fachbegriffe sichtbar machen und sichern

Wichtig ist: Sprache, Handlung und Visualisierung müssen zusammenwirken. Erst dann entsteht echtes Verständnis.

 

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Veronika Weißschuh
Ihre Referentin

Veronika Weißschuh

Veronika Weißschuh studierte Grund- und Hauptschullehramt an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Nach einem Volontariat... weiterlesen

Veronika Weißschuh studierte Grund- und Hauptschullehramt an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Nach einem Volontariat als Schulbuchredakteurin arbeitet sie freischaffend für verschiedene Verlage, unter anderem für den Mildenberger Verlag. Seit zwei Jahren gehört sie neben Thomas Laubis zum Autorenteam der Neubearbeitung des Lehrwerks „MATHETIGER“.

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