Philosophieren mit Kindern – Demokratiekompetenzen in der Grundschule entwickeln
Die Demokratiebildung in der Grundschule ist ein wesentlicher Baustein, um eine demokratische Haltung und gesellschaftliches Engagement bei Kindern zu fördern. Ein innovativer und tiefgreifender Ansatz in diesem Bereich ist das Philosophieren mit Kindern. Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll, akademische Philosophische Praktikerin und Politikwissenschaftlerin, stellte im Rahmen eines Seminars eindrucksvoll dar, wie Kinder durch philosophische Dialoge Demokratiekompetenzen entwickeln können.
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Was ist Philosophieren mit Kindern?
Philosophieren mit Kindern bedeutet nicht, klassische Philosophie zu lehren, sondern gemeinsam mit Kindern Themen zu besprechen, die sie bewegen – beispielsweise Freundschaft, Angst, Glück oder auch aktuelle Themen wie Mobbing oder soziale Medien. Der Dialog findet auf Augenhöhe statt, wobei die Kinder im Zentrum stehen.
Es geht darum, durch Fragen und Dialoge zum Nachdenken anzuregen und so wichtige Werte wie Pluralismus, Respekt, Gerechtigkeit und Verantwortung zu erarbeiten. Philosophie wird hier zur gelebten Praxis, die Kindern hilft, eine demokratische Haltung zu entwickeln und zu stärken.
Philosophieren als Basis für Demokratiebildung und Demokratiekompetenz
Dr. Mooslechner-Brüll erläuterte, dass Demokratie nicht nur auf Wahlen basiert, sondern auch auf aktiver Partizipation, Pluralismus und der Balance von Freiheit und Gleichheit. Genau diese Aspekte lassen sich durch philosophische Gespräche spielerisch erlernen.
- Partizipation: Kinder üben sich in aktiver Mitgestaltung, indem sie ihre Gedanken äußern und gemeinsam Lösungen entwickeln.
- Pluralismus: Philosophische Diskussionen fördern die Akzeptanz und den Respekt für verschiedene Meinungen.
- Verantwortung: Kinder lernen, Verantwortung für sich und die Gruppe zu übernehmen und reflektieren Werte wie Gerechtigkeit und Transparenz.
Welche Themen eignen sich zum Philosophieren mit Grundschulkindern?
Beliebte Themen sind Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung oder Medienethik. Gedankenexperimente wie „Ihr strandet auf einer einsamen Insel – wie organisiert ihr euch?“ regen dazu an, über gesellschaftliche Strukturen und gerechtes Zusammenleben nachzudenken – natürlich kindgerecht.
Wirkung des Philosophierens mit Kindern
Der Ansatz fördert nicht nur kritisches Denken und Empathie, sondern auch Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, Perspektiven anderer wertzuschätzen. Kinder erkennen, dass ihre Gedanken wertvoll sind und zur Gemeinschaft beitragen. Dieser Austausch stärkt ihr Selbstbewusstsein und die Dialogfähigkeit.
Fazit
Philosophieren mit Kindern ist mehr als eine Methode – es ist ein wertvolles Instrument der Demokratiebildung, das Kinder dazu befähigt, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und eine demokratische Haltung zu entwickeln. Es bietet eine Plattform, auf der sie lernen, zuzuhören, Argumente auszutauschen und die Vielfalt des Lebens zu akzeptieren.
Wenn Sie mehr über diesen Ansatz erfahren möchten, bietet die Website von Dr. Mooslechner-Brüll, www.philoskop.org, hilfreiche Ressourcen und Material.
Diese Videokapitel sehen Sie in der Videoaufzeichnung:
- Herzlich willkommen und Vorstellung des Vortrags
- Einführung von Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll
- Übergabe und Einführung in die Thematik
- Zusammenhang: Philosophieren und Demokratiebildung
- Philosophieunterricht vs. philosophischer Dialog
- Vielfältige Themen für Kinder: Angst, Glück, Freundschaft
- Demokratie: Partizipation und aktives Mitwirken
- Pluralismus: Respekt und Vielfalt leben
- Balance von Freiheit und Gleichheit
- Förderung von kritischem Denken und Empathie
- Selbstwirksamkeit durch philosophischen Dialog
- Themenvorschlag: Gerechtigkeit und Verantwortung
- Abschließende Worte und Kontaktinformation
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Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll
akademisch philosophische Praktikerin, Politikwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte an der Universität Wien, der Universität für Musik und... weiterlesen
akademisch philosophische Praktikerin, Politikwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte an der Universität Wien, der Universität für Musik und darstellende Kunst und der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik
