Aufzeichnung

Mathematische Bildung – Legenden und Mythen im Mathematikunterricht der Grundschule

Was guten Mathematikunterricht wirklich ausmacht

Mathematikunterricht ist voller Überzeugungen, Methoden und alter Gewissheiten. Doch nicht alles, was lange empfohlen wurde, hilft Kindern wirklich beim Lernen. Genau darum geht es in diesem Webinar mit Dr. Sebastian Walter: Welche Mythen gibt es in der Mathematikdidaktik, was sagt die Forschung und was bedeutet das für guten Unterricht?

Dr. Sebastian Walter verbindet dabei Praxis, Forschung und Lehrerfortbildung. Dadurch wird schnell klar: Gute Ideen aus der Theorie müssen sich immer auch im echten Klassenzimmer bewähren.

Mythen, Fehlannahmen und die Mengenlehre

Ein zentrales Beispiel ist die Mengenlehre-Reform der 1970er-Jahre. Sie sollte Mathematik moderner machen, führte aber eher zu Problemen als zu besserem Verständnis. Die wichtige Erkenntnis: Mathematiklernen braucht tragfähige Grundvorstellungen – nicht nur Formalismus.

Was Forschung über guten Mathematikunterricht zeigt

Die COACTIV-Studie macht deutlich, dass vor allem zwei Bereiche entscheidend sind:

  • Fachwissen

  • fachdidaktisches Wissen

Lehrkräfte müssen Inhalte sicher verstehen und zugleich wissen, wie Kinder mathematische Vorstellungen entwickeln. Auch Überzeugungen spielen eine große Rolle, weil sie beeinflussen, wie Leistungen eingeschätzt und Lernwege begleitet werden.

Erwartungen wirken stärker als gedacht

Ein weiterer Schwerpunkt ist die selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn Lehrkräfte Kindern mehr zutrauen, handeln sie oft unterstützender, geduldiger und ermutigender. Gerade im Mathematikunterricht kann das Lernprozesse stark beeinflussen. Umgekehrt können negative Zuschreibungen Kinder massiv verunsichern.

Verstehen statt Auswendiglernen

Das Webinar zeigt klar: Reines Auswendiglernen reicht nicht. Kinder müssen mathematische Zusammenhänge verstehen. Das gilt besonders für zentrale Grundlagen wie Mengenverständnis, Stellenwertsystem sowie Multiplikation und Division. Fehlt dieses Verständnis, entstehen später große Schwierigkeiten.

Sprache als Schlüssel zum Lernen

Besonders wichtig ist die Rolle der Sprache. Kinder lernen Mathematik besser, wenn sie erklären können, wie und warum sie etwas gerechnet haben. Fragen wie „Wie hast du gerechnet?“ oder „Warum hast du so gerechnet?“ helfen nicht nur beim Verstehen, sondern auch bei der Diagnose.

Fünf Prinzipien guten Lernens

Diese fünf Prinzipien sind besonders wichtig:

  • Durchgängigkeit

  • verknüpftes Lernen

  • Verstehensorientierung

  • Bedeutung der Sprache

  • diagnosegeleitetes Lernen & kognitive Aktivierung

 

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Dr. Sebastian Walter
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Dr. Sebastian Walter

Sonderpädagoge und Universitätsdozent, Referent und Fortbildner für Didaktik der Mathematik; im Autorenteam der Überarbeitung des... weiterlesen

Sonderpädagoge und Universitätsdozent, Referent und Fortbildner für Didaktik der Mathematik; im Autorenteam der Überarbeitung des Lehrwerks „Das Mathebuch“

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