Aufzeichnung

Lesegeschwindigkeit messen, trainieren und nachhaltig verbessern

So unterstützt du Kinder nachhaltig beim Lesen

Lesen ist eine der wichtigsten Basiskompetenzen in der Schule. Trotzdem erreichen viele Kinder die Mindeststandards im Lesen nicht. Genau hier setzt das Webinar von Marion Singler, Lehrerin und Gründerin der alphaben-App, an. Es zeigt praxisnah, warum Lesegeschwindigkeit, Leseflüssigkeit und Lesekompetenz so eng zusammenhängen – und wie Lehrkräfte Kinder im Unterricht gezielt fördern können.

Warum Lesegeschwindigkeit so wichtig ist

Lesegeschwindigkeit ist nicht einfach nur “schnell lesen”. Sie ist ein zentraler Baustein der Lesekompetenz. Denn: Wenn Kinder Wörter mühsam entziffern müssen, bleibt kaum geistige Kapazität übrig, um Inhalte wirklich zu verstehen. Je flüssiger ein Kind liest, desto leichter kann es Inhalte erfassen, Zusammenhänge verstehen, Texte sinnerfassend lesen sowie eine Motivation fürs Lesen entwickeln.

Lesen systematisch aufbauen

Marion Singler beschreibt Leseförderung als eine Art Pyramide. Ganz oben steht das Ziel, dass Kinder Texte, Geschichten und Bücher verstehen. Damit das gelingt, müssen aber die unteren Ebenen stabil aufgebaut sein. Erst wenn die Grundlagen sitzen, sollten längere Sätze und Texte folgen. Gerade bei älteren Kindern mit großen Leseschwierigkeiten lohnt sich oft der mutige Schritt zurück zur Basis.

  1. Sichtwortschatz aufbauen
  2. Worterkennung automatisieren
  3. Dekodieren und Wortbedeutung erfassen
  4. Auf Satz- und Textebene arbeiten

Lesegeschwindigkeit messen

Damit Förderung wirksam ist, muss zuerst klar sein, wo ein Kind steht. Im Webinar werden dafür standardisierte und nicht standardisierte Diagnosemöglichkeiten vorgestellt, zum Beispiel das Lautlese-Protokoll, das Lückentext-Verfahren oder der Stolperwörter-Test.

Ein ganz wichtiger Praxistipp: Die Diagnose ist nur sinnvoll, wenn der Text zum Leseniveau des Kindes passt. Ist er zu leicht, wirkt das Ergebnis zu gut. Ist er zu schwer, fällt es schlechter aus als nötig.

Was im Unterricht wirklich hilft

Für schwache Kinder bringt stilles Lesen häufig wenig. Sie bemerken ihre Fehler nicht, korrigieren sich nicht selbst und verstehen oft nicht, was sie lesen. Gerade leseschwache Kinder brauchen hörbares, begleitetes und wiederholtes Lesen.

Leseförderung braucht Regelmäßigkeit. Einzelne Lesestunden alle paar Wochen reichen nicht aus. Empfohlen wird ein festes Leseband, das 2- bis 3-mal pro Woche jeweils 20 Minuten stattfindet. Es sollte verbindlich im Stundenplan verankert sein. Diese Zeit ist wichtig, damit Kinder Texte mehrfach lesen können. Genau diese Wiederholung verbessert nachweislich die Leseflüssigkeit.

Kinder lesen besser, wenn Lesen positiv erlebt wird. Hilfreich sind dabei spielerische Formate, kurze Texte statt überfordernder Lektüren, differenzierte Materialien sowie wiederholtes Lesen ohne Bloßstellung. Leseförderung wirkt dann besonders gut, wenn Kinder merken: Ich kann das schaffen.

Marion Singler stellt gleich mehrere motivierende Methoden vorgestellt, die sich direkt im Unterricht umsetzen lassen.

  • Lückenlesen: Partner ergänzt fehlende Wörter
  • Echolesen: Nachsprechen zur Orientierung
  • Tandemlesen: Gemeinsam lesen und korrigieren
  • Lesewürfel: Spielerisches Lesen in Gruppen

Differenzierung ist der Schlüssel

Nicht alle Kinder brauchen denselben Text. Nicht alle Kinder brauchen dieselbe Methode. Und nicht alle Kinder profitieren von demselben Tempo. Deshalb ist Differenzierung so wichtig, zum Beispiel durch vereinfachte Textversionen, unterschiedliche Leseniveaus, Worterklärungen, Silbenmarkierungen oder verschiedene Sozialformen.

Digitale Unterstützung mit der alphaben-App

Im Webinar stellt Marion Singler außerdem die alphaben-App vor, die speziell auf Leseförderung ausgerichtet ist.

Besonders spannend daran:

  • mehr als 300 digitale Bücher direkt in der App
  • originale Mildenberger Silbentrenner zur Unterstützung
  • Worterklärungen per Fingertipp im Text
  • Quizfragen nach jedem Kapitel
  • Lesepunkte zur Motivation
  • Leseaufnahmen für das Lautleseprotokoll
  • Einsatz in Schule und Zuhause

Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Quizsystemen besteht darin, dass alphaben besonders auf schwächere Leserinnen und Leser ausgerichtet ist. Die Kinder lesen direkt in der App und werden während des Lesens unterstützt, statt erst im Nachhinein abgefragt zu werden.

 

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Marion Singler
Ihre Referentin

Marion Singler

Lehrerin & Gründerin der Lese-App alphaben

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