Aufzeichnung

Demokratiebildung – Handeln lernen

Demokratiebildung in der Grundschule – warum Beteiligung so wichtig ist

Ist die Grundschule zu früh für Demokratiebildung?
Mit dieser Frage startet das Webinar von Marina Weisband, Diplom-Psychologin und Mitgründerin des Beteiligungskonzepts Aula. Ihre klare Antwort: Ganz im Gegenteil. Demokratiebildung beginnt idealerweise schon sehr früh – nicht mit Theorie, sondern durch echte Erfahrung im Alltag.

Demokratie lernen heißt mitgestalten

Demokratiebildung wird oft mit Politikunterricht gleichgesetzt: Wahlen, Institutionen, Gesetze. Doch das greift zu kurz. Entscheidend ist, dass Kinder erleben: Ich kann etwas bewirken. Ich bin Teil dieser Gesellschaft. Genau darum geht es. Kinder sollen lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen – nicht erst später, sondern von Anfang an.

Warum frühe Beteiligung entscheidend ist

Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen ihre Umwelt gestalten. Wenn sie jedoch über Jahre hinweg erleben, dass ihre Meinung nichts verändert, entsteht erlernte Hilflosigkeit. Das Gegenmittel ist Selbstwirksamkeit: Die Erfahrung, dass das eigene Handeln einen Unterschied macht. Und diese Erfahrung muss früh beginnen – am besten in Kita und Grundschule.

Schule als Ort gelebter Demokratie

Die Grundschule ist der erste Ort, an dem Kinder Teil einer größeren Gemeinschaft werden. Hier lernen sie:

  • Muss ich nur funktionieren?
  • Oder darf ich mitgestalten?

Die Antwort darauf prägt ihr späteres Verhalten nachhaltig.

Beteiligung praktisch umsetzen

Ein Beispiel ist das Konzept Aula: Kinder bringen Ideen ein, diskutieren sie, stimmen ab und setzen sie selbst um. Für die Grundschule wird das niedrigschwellig gestaltet, z. B.:

  • Ideen auf Zetteln sammeln

  • Diskussion im Klassenrat

  • Abstimmungen in der Schule

  • klare Regeln, was entschieden werden darf

Wichtig ist nicht digital vs. analog – sondern echte Mitbestimmung.

Was gute Beteiligung ausmacht

Damit Beteiligung funktioniert, braucht es klare Prinzipien:

  • Stetigkeit: nicht nur Projekte, sondern Alltag

  • Verbindlichkeit: Entscheidungen gelten wirklich

  • Niedrigschwelligkeit: alle können mitmachen

  • Transparenz: klare Regeln und Prozesse

  • Begleitung: durch engagierte Lehrkräfte

Vorteile für Schule und Kinder

Echte Beteiligung bringt viele positive Effekte:

  • mehr Motivation und Engagement

  • weniger Konflikte und Vandalismus

  • stärkerer Zusammenhalt

  • bessere psychische Gesundheit

  • mehr Verantwortungsbewusstsein

  • Selbstbewusstsein

Demokratiebildung ist daher immer auch Persönlichkeitsbildung.

 

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Marina Weisband
Ihre Referentin

Marina Weisband

Die Publizistin Marina Weisband ist Diplom-Psychologin, Beteiligungspädagogin und Autorin des Buches Die neue Schule der... weiterlesen

Die Publizistin Marina Weisband ist Diplom-Psychologin, Beteiligungspädagogin und Autorin des Buches Die neue Schule der Demokratie. Sie erarbeitete aula, das Demokratie-Projekt für Schulen, das Sie auch für Grundschulen weiterentwickelt. Darüber hinaus spricht sie bei Veranstaltungen und in öffentlichen Medien über ihre Arbeit und Themen wie politische Partizipation, digitale Gesellschaft, Medien und Krisen.

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